Wirtschaftsministerin sieht b&m „ganz weit vorn“

OBER-RAMSTADT, 21. April 2017 Brigitte Zypries besucht neues Logistikzentrum in der Firmenzentrale in Ober-Ramstadt

Zusammen mit Bürgermeister der Stadt Ober-Ramstadt, Werner Schuchmann (rechts), besucht Brigitte Zypries Automobilzulieferer baier & michels (Links: Peter Federolf, CEO der b&m Gruppe)

Zusammen mit Werner Schuchmann, Bürgermeister der Stadt Ober-Ramstadt (rechts), besucht Brigitte Zypries Automobilzulieferer baier & michels. Peter Federolf, CEO der b&m Gruppe (links), begleitet die Gäste durch das neue Logistikzentrum „b&m Logistik 4.0“.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat die Unternehmenszentrale von baier & michels in Ober-Ramstadt/Rohrbach besucht. Anlass war der Bau eines neuen Logistikzentrums, das die Geschäftsführer Peter Federolf, Hansjörg Koroschetz und Jörg Pohl der Ministerin vorstellten. „baier & michels ist in der Logistik-4.0-Entwicklung ganz weit vorn“, lobte Zypries bei ihrem Rundgang mit den b&m-Geschäftsführern und Pressevertretern. Von der modernen Ausstattung der 1800 Quadratmeter großen Halle überzeugte sie sich persönlich durch eine Fahrt mit einem Hubwagen in die Höhen des Lagers, das mit 8500 weiteren Palettenplätzen die Kapazität von b&m mehr als verdoppeln wird. Die Inbetriebnahme ist laut Logistik-Chef Hansjörg Koroschetz für Ende Mai geplant.

Die Ministerin wertete die Expansion des Unternehmens als vorbildlich gerade auch im ländlichen Bereich. Rohrbach liegt im Wahlkreis von Brigitte Zypries, die Ende Januar als Nachfolgerin von Sigmar Gabriel zur Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ernannt wurde. Dieses Beispiel für innovative Unternehmensentwicklung nehme sie mit nach Berlin, wie die Ministerin zum Abschluss ihres Besuchs sagte. Peter Federolf, der die Ministerin schon lange kennt, trifft Brigitte Zypries schon bald wieder bei einer USA-Reise. Ihre „unkomplizierte positive Art“ hebt der b&m-CEO hervor und dass sie sich um die Belange der Unternehmen kümmere. Er ist sich sicher, dass Zypries ihren Teil dazu beitragen wird, „die Rahmenbedingungen der deutschen Automobilindustrie gut zu gestalten“. Denn darauf sei auch b&m als Partner der Hersteller und Zulieferer angewiesen.

Von der modernen Ausstattung der 1800 Quadratmeter großen Halle überzeugte Brigitte Zypries sich persönlich durch eine Fahrt mit einem Hubwagen in die Höhen des Lagers.

Von der modernen Ausstattung der 1800 Quadratmeter großen Halle überzeugte Brigitte Zypries sich persönlich durch eine Fahrt mit einem Hubwagen in die Höhen des Lagers.

Von einem „logistischen Umschwung“ sprach Hansjörg Koroschetz, der das neue Lagersystem erläuterte. Auch wenn das automatisierte Logistiksystem modernsten Ansprüchen genügt, bleibe doch „der Mensch der Chef“. Das Acht-Millionen-Euro-Projekt bringt einen Wettbewerbsvorteil und generiert langfristig zusätzliche Arbeitsplätze. b&m weist pro Jahr ein zweistelliges Wachstum auf. Das neue Logistikzentrum sei laut Koroschetz „ein Statement, dass wir am Standort wachsen“.

Das 1932 gegründete Unternehmen baier & michels ist 2004 von Frankfurt nach Rohrbach umgesiedelt und hat den früheren Sitz der traditionsreichen Carl-Schneider-KG übernommen. Seitdem wuchs das Unternehmen von 30 auf heute 450 Mitarbeiter weltweit an. b&m, das heute zur Würth-Gruppe gehört, hat mit seiner Kompetenz in Verbindungstechnik im Bereich der Automobilindustrie eine starke Position als Partner von Autoherstellern und Zulieferern erworben. Eine der Stärken von b&m ist, dass der komplette Produktzyklus aus einer Hand kommt: von der Konstruktion über die Produktion bis zur Logistik. Zusätzlich zur klassischen Verbindungstechnik bietet b&m auch die Konstruktion und Lieferung kompletter Baugruppen an. Die EDV befindet sich zudem zentral in Rohrbach, worauf weltweit zugegriffen wird, so Koroschetz.

Nicht nur die Logistik baut b&m am Standort aus, sondern auch die Produktion. „Wir holen die Produktion zurück nach Deutschland“, so Hansjörg Koroschetz. Hier sollen noch zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Überhaupt eröffne b&m gerade auch für junge Mitarbeitende im Unternehmen Perspektiven, etwa durch einen Aufenthalt an einem der Standorte in Italien, Frankreich, Spanien, Mexiko, China, den USA oder der Türkei.

Für den Ausbau der Maschinenkapazitäten in der Unternehmenszentrale sorgt Olaf Ambros, Leiter Technik und Entwicklung. In der modernen, hellen und äußerst sauberen Produktionshalle werden Verbindungsteile hergestellt. Die umfangreiche Produktpalette umfasst spezielle Schrauben, Muttern, Nieten, Einpresssysteme, Dreh- und Frästeile, Gewindeeinsätze sowie Buchsen und Distanzhülsen, außerdem Kaltfließpressteile und diverse Federn. Die hochkomplexen Maschinen bringen bis zu 200 Teile pro Minute aus. „Das sind keine Schrauben, wie man sie im Baumarkt bekommt“, sagt der Maschinenbautechniker, „es sind ganz spezielle Features“. Dass b&m für seine Kunden individuelle Lösungen in der Verbindungstechnik entwickele, sei eine der Stärken des weltweit agierenden Unternehmens: „Wir betrachten ein Verbindungsproblem im Gesamten.“ So genannte „resident engineers“ werden als Verbindungsingenieure zur engen Betreuung zu den Kunden geschickt.

In der Produktion ließ sich Brigitte Zypries Eigenentwicklungen der Firma baier & michels von Olaf Ambros, Leiter Technik und Entwicklung, praxisnah erklären.

In der Produktion ließ sich Brigitte Zypries Eigenentwicklungen der Firma baier & michels von Olaf Ambros, Leiter Technik und Entwicklung, praxisnah erklären.

Ob in Kupplung, Dach, Airbag, Tür oder Lenkrad – an vielen Stellen eines Autos sind von b&m individuell entwickelte und gefertigte Verbindungselemente zu finden. Der Schiebedach- und Standheizungshersteller Webasto zählt etwa zu den größten Kunden von b&m. Rund 20 Patente hält das Unternehmen. Besonders innovativ ist der Verbindungstechnik-Spezialist in der Umformungstechnik. Das Direktverschraubungssystem „b&m-TIGHT®“ etwa, in einer Getriebebrücke verbaut, ist komplett selbstabdichtend gegenüber Flüssigkeiten und Gasen und vermeidet so Korrosion.

Nicht zuletzt durch Kooperationen mit Hochschulen entwickelt b&m sein Knowhow permanent weiter. Die Prozessüberwachung mit hochspezialisierten Geräten ist eine weitere Stärke, die eine größtmögliche Effizienz ermöglicht. Auch in den verwendeten Rohstoffen erweitert b&m stetig sein Spektrum. Neben Stahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer nehmen Carbon und Kunststoff eine zunehmend wichtige Bedeutung ein, wie etwa beim dem korrosionsresistenten Produkt „b&m-CARBONPLAST®“.

Der Maschinenbestand wird sukzessive erweitert, 2018 soll die Produktion in eine größere Halle umziehen, so Olaf Ambros. Mit dem Ausbau der Produktion in der Unternehmenszentrale seien höhere Qualitätsstandard und eine höhere Ausbringungsmenge möglich.

Nach dem Unternehmensmotto „Eine Organisation, ein System, eine Mission“ garantiert b&m weltweit dieselben Produkte und denselben Kundenservice – in Europa, in Asien sowie in Nord- und Zentralamerika. Im September wird b&m zum ersten Mal auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vertreten sein.